Vierte Generation · 1778 bis 1863
Der Musketier, der nach Osten zog
Peter Bommert ist der fünfte Sohn des Instmanns und der erste in dieser Familie, der den Acker verlässt. Er wird preußischer Musketier, zieht mit Napoleons Hilfstruppen bis Litauen, wird Brenner, Gastwirt und Feldscher — und wandert um 1828 mit seiner dritten Frau nach Russisch-Polen aus.
- Lebensdaten
- * 24. Juni 1778 in Lubien, Landgemeinde Graudenz · † 10. Februar 1842 in Wisniewo bei Mława, damals Russisch-Polen
- Ehen
- Drei. 1808 Justina (Augusta) Böhmfeld · 1826 Louise Ottke · um 1828 Johanna Sophia Ilsabe Greifhahn
- Kinder
- Vier aus erster Ehe, keines aus zweiter, fünf aus dritter Ehe. Sein jüngster Sohn Julian, * 1836, ist der nächste direkte Vorfahr.
- Berufe
- Musketier · Brenner (polnisch gorzelany, Branntweinbrenner) · Gastwirt · nach der Überlieferung Feldscher und Volksheiler
- Wohnsitze
- Graudenz · Danzig · Groß Schönwalde · Schakenhof · Koboszyn · Miaczyno Małe · Rumoka · Wisniewo
1798 bis 1817
Neunzehn Jahre im Rock des Königs
Die Musterungen betrafen die zwanzigjährigen Männer. Von etwa 1798 an ist Peter also im preußischen Militärdienst zu vermuten — mit einer Dienstzeit, die nach den Regeln Friedrich Wilhelms I. im Prinzip lebenslang war, später auf zehn Jahre begrenzt wurde und in Kriegszeiten willkürlich verlängert werden konnte. Die altpreußischen Militärrollen wurden im Zweiten Weltkrieg vernichtet; wichtige Nachweise fehlen deshalb für immer.
1806 und 1807, beim Zusammenbruch der alten Armee gegen Napoleon, dürfte er an der Verteidigung von Graudenz oder der Festung Courbiere beteiligt gewesen sein. 1808 erscheint er erstmals namentlich als Musketier im Regiment der Festung Courbiere bei Graudenz, in der Kompanie des Majors von Ketterheim — anlässlich seiner ersten Eheschließung, die im Militärkirchenbuch eingetragen wurde.
1811 steht er in Danzig, in der dritten Kompanie des Grenadierregiments „Otto von Diericke“, als seine Tochter Augusta Henrietta geboren wird. Dieses Regiment nahm 1812 am Feldzug gegen Russland teil, gelangte mit den preußischen Hilfstruppen unter Yorck aber nur bis etwa Riga in Lettland und führte, wie Militärfachleute es lesen, zwei „zurückhaltende Schlachten“ — man wollte dem Nachbarn Russland nicht zu viel Grund für Racheakte geben. Ob er 1813 bei der Völkerschlacht von Leipzig dabei war, ist denkbar, aber nicht geklärt. An den Schlachten von Ligny und Waterloo war das Regiment 1815 nicht beteiligt.
Wie das Leben einer Soldatenfamilie aussah, beschreibt Bernhard Lindenblatt für die Zeit Friedrichs des Großen: Von acht Groschen Sold für fünf Tage konnte keine Familie leben. Frauen mussten sich als Mägde verdingen, und am Ende wurde die Soldatenfrau nicht einmal als bürgerliche Leiche anerkannt — nur der kleine Leichenwagen für Arme stand ihr zu, und kein Soldat in Uniform durfte ihr das Geleit geben. Für die Zeit um 1800 und nach 1808 müsste das neu untersucht werden.
Die Entscheidung
Warum ein Brenner nach Russisch-Polen ging
1808 war Peter Musketier, 1817 Brenner in Groß Schönwalde, 1829 Brenner und Gastwirt in Koboszyn bei Szrensk — jenseits der Grenze. Zwischen beiden Daten liegt eine Rechtslage, die den Beruf in Preußen praktisch unmöglich machte.
„… dass das durch die neueste Gesetzgebung hinsichtlich der Abgaben und der Kontrolle dem Branntweinbrennen völlig gleichgestellte Destillieren niemanden auf dem platten Lande gestattet werden soll, als solchen Personen, die zu Destillieren eine Realberechtigung haben, oder ein Grundvermögen von 15.000 Reichstaler nachzuweisen im Stande sind.“ Zitiert nach dem Manuskript
Wer keine 15.000 Reichstaler Grundvermögen besaß, durfte auf dem Land nicht destillieren. In der Stadt hätte ihn die Konkurrenz erdrückt. Der Ausweg war die Grenze.
Kongresspolen · Verordnung für Ausländer
- Art. 1
- Jeder fremde Künstler oder Landmann, der sich im Königreich Polen niederlässt, ist sechs Jahre lang von allen Lasten und öffentlichen Abgaben befreit.
- Art. 6
- Wer die Grenze passiert, um sich niederzulassen, ist frei von allen Zollabgaben — für das Vieh wie für seine übrigen Effekten.
- Art. 7
- Die Ankommenden können durch alle Zollstätten ohne Ausnahme einpassieren, müssen sich aber beim nächsten Grenzpolizeiamt melden, um zu beweisen, dass sie keines Verbrechens verdächtig sind.
- Art. 8
- Alle so legitimierten Ausländer stehen unter dem besonderen Schutz der Kommission des Innern und der Polizei.
Was die Chronik daraus schließt. Peters Auswanderung war keine Flucht vor Armut im engeren Sinn, sondern eine Berufsentscheidung mit sechs Jahren Steuerfreiheit als Anschub. Der Verfasser vergleicht sie ausdrücklich mit der Auswanderung Friedrichs (I.) hundert Jahre zuvor — und nennt sie ebenso folgenreich.
Der Beruf
Brenner, Gastwirt, Feldscher
„Links: Destilleur oder Brenner, polnisch gorzelany — Peters mögliche zweite Einkommensquelle während seiner Militärzeit, jedenfalls sein Beruf nach der Entlassung aus der preußischen Armee.“ So beschriftet der Verfasser die beiden Bilder, die den Beruf erklären.
Naheliegend für einen Brenner war das Betreiben einer Gastwirtschaft, und tatsächlich erscheint Peter einmal ausdrücklich als Gastwirt: in Miaczyno Małe, einem Dorf mit zwölf Häusern, drei Steinbauten, 151 Einwohnern und einer Mühle. Ein Brenner, der ausschenkt, ist zugleich ein Mann mit Kundenkontakt — und in einer Zeit ohne Ärzte der Mann, der Branntwein als Desinfektionsmittel, Schmerzmittel und Betäubung einsetzt.
Aus zwei Erzählungen, die Heinrich Bomert von alten Leuten aufgenommen hat, stammt das Bild des „Volksheilers“: „Er hieß genauso wie sie, nur etwas anders … es war ein schöner Mann, sehr um das Arbeitsvolk besorgt, hielt sich verhöhlt vor den Russen und verschwand manchmal für ein paar Jahre. Beide wussten, daß er das Volk heilte wie ein …“. Der Verfasser hält die Übertreibung für wahrscheinlich und die Rolle als Feldscher — als „Halbarzt“ zwischen Arzt und Sanitäter — für plausibel.
1829 bis 1842
Vier Wohnsitze, kaum zehn Kilometer
In Preußen hatte Peter alle zwei Jahre den Ort gewechselt. In Polen wird der Radius kleiner: Vier Wohnsitze zwischen Koboszyn, Miaczyno Małe, Rumoka und Wisniewo liegen rund zehn Kilometer auseinander und nähern sich der Stadt Mława.
- 1829 · KoboszynAls Brenner und Gastwirt bei SzrenskEin winziges Dorf: neun Häuser, 115 Einwohner, aber mit einer eigenen Brennerei. Im November wird die Tochter Paulina Joanna geboren.
- 1831 · Miaczyno MałeZwölf Häuser, drei davon aus Stein, 151 Einwohner, eine MühleDie einzige Erwähnung Peters als Gastwirt. Die älteste Tochter aus erster Ehe, Augusta Henrietta, heiratet hier im November 1831 den Müller Fryderyk Ladwich.
- 1834 – 1837 · Rumoka25 Häuser, 408 EinwohnerGeburt der Tochter Karolina 1834 in Rumoka, Taufe in Lipowiec Kościelny. 1836 wird hier der Sohn Julian geboren — der nächste direkte Vorfahr. Die Tochter Ludovika heiratet 1837 den Webermeister Andrzey Perłowski.
- 1842 · WisniewoLetzter Wohnsitz, nahe der Kreisstadt MławaHier stirbt Peter am 10. Februar 1842. Die Sterbeurkunde nennt ihn „gorzelany tamże“ — Brenner daselbst — und hält fest, dass seine Eltern nicht mehr leben und „von Namen und Beruf nicht bekannt“ sind.
Drei Ehen
Drei Frauen, acht Kinder, zwei Witwerzeiten
- 1808 – 1825Justina, auch Augusta, geborene Böhmfeld · * 1785, † 21. Juli 1825 in Schakenhof an „Auszehrung“.
Tochter des Brenners Johann Böhmfeld — dieselbe Zunft, in der Peter später sein Brot verdiente. Vier Kinder. Als Augusta starb, war die älteste Tochter vierzehn Jahre alt. - 1826 – 1829Louise Ottke · * um 1793, † zwischen 1827 und 1829.
33 Jahre alt bei der Heirat am 22. Januar 1826 in Schakenhof bei Bischofswerder, einzige Tochter des „gewesenen Soldaten“ Johann Ottke aus Stangenwalde. Nach der Totgeburt eines Sohnes im November 1826 stirbt sie. Ihre Sterbeurkunde ist bislang nicht aufgefunden worden — hier klafft eine Lücke in der Biografie, in die auch die dritte Eheschließung fällt.
49 Jahre alt nennt die Heiratsurkunde Peter — die zuverlässigste Altersangabe überhaupt und der Beleg für das Geburtsjahr 1778. - um 1828 – 1842Johanna Sophia Ilsabe Greifhahn · * 21. Juli 1798, getauft am 24. Juli in Stralsund, † nach dem 28. Oktober 1863.
Tochter des Joachim Wilhelm Greifhahn aus Demmin und der Sofia Dorothea Frank aus Klein Cordshagen, die am 12. Oktober 1797 in Stralsund heirateten. Bei der Eheschließung war Peter 50 Jahre alt, Johanna 20 — und mindestens drei unmündige Kinder lebten im Haushalt.
Ihren Nachnamen verstümmelten die polnischen Urkunden zu Grzyfanchow, Hanow und Ähnlichem, was die Forschung lange erschwerte. Ihre Unterschrift lautet „Bommert“.
Die Witwe nach 1842. Bei Peters Tod war Johanna erneut schwanger. Fünf Monate später stand sie einem Haushalt mit fünf unmündigen Kindern vor, darunter ein Säugling: Florentyna Albertyna, geboren am 3. Juli 1842, die nach vier Monaten starb. Im Januar 1843 heiratete sie nach einjähriger Wartezeit den Leinenweber Florian Ludwikowski, 53 Jahre alt, aus Freudenthal in Preußisch Eylau, im evangelischen Gotteshaus zu Mława.
Ein Namensbruch nach vier Generationen. Der Verfasser hält fest, dass Peter „radikal mit der Tradition der ersten Generationen“ bricht: Der Leitname Friedrich — in vier Generationen ständig geführt — endet hier, vielleicht weil er „zu preußisch“ assoziiert war. Die Söhne heißen Henrich Wilhelm Napoleon, Andreas, Julian; die Töchter Augusta Henrietta, Ludovika, Paulina Johanna, Karolina, Justina, Florentina Albertina. Die Vorbilder sind deutsche, preußische, französische und römische Herrscher — für die Mädchen wohl adlige Damen.
Prüfung einer Überlieferung
Der französische Offizier, den es nicht gab
Heinrich Bomert hat die Familiengeschichte mit einer Herkunftssage begonnen: Irgendwo bei Paris habe eine Familie de Bonmert gelebt; ein Sohn habe Medizin studiert und sei verschwunden, um zwei Jahre später als Leutnant in Napoleons Armee zurückzukehren. Im Winter 1813 sei eine Wagenkolonne in einem polnischen Gut bei Sierpc liegen geblieben, ein schwer verwundeter französischer Offizier sei dort versteckt, gesund gepflegt und von der Tochter des Gutsbesitzers geheiratet worden. Von ihm, so die Sage, stamme der Name „de Bonmert“ und die Familie in Polen.
Der Verfasser hat dem jahrelang nachgesucht — in sämtlichen katholischen Kirchspielen des angegebenen Raums Blatt für Blatt, in Hugenottenarchivalien, im Pariser Universitätsarchiv. Das Ergebnis ist niederschlagend und klar: In Paris war kein Medizinstudent des Namens de Bonmert nachzuweisen, kein solcher Arzt oder Offizier im Gefolge Napoleons, kein Hugenotte, und überhaupt kein solcher Name damals in ganz Frankreich.
Was bleibt, sind zwei schwache Spuren. Nördlich von Paris liegt ein Ort namens Saint Bomer oder Saint Bomert, benannt nach dem Gründer eines Klosters aus dem achten Jahrhundert, einem Mönch namens Baudomirus — der Ortsname könnte für „aus der Nähe von Paris“ hergehalten haben. Und in der Geburtsurkunde der Großtante Karolina von 1834 in Rumoka ist der Vatername wegen einer ungeraden Zahl von Bögen für die beiden „mm“ tatsächlich als „Piotr Bomnert“ lesbar, nicht als „Bomert“.
Als Urheber der Legende nennt der Verfasser nicht den gutgläubigen Heinrich, sondern dessen Cousin Julian (II.), einen an Renommee in Adelskreisen interessierten Verwandten.
Und der Kern? Peters Teilnahme am Russlandfeldzug gilt als gesichert, seine Rolle als Feldscher ist plausibel, seine Namenswahl für den Sohn Napoleon ist eine Tatsache. Der wahre Held, schreibt der Verfasser, sei „der kleine aber starke Musketier Peter ohne Pferd“ — nicht der Offizier auf dem Papier.
- Gesucht in
- Katholische Kirchspiele im Raum Sierpc · Hugenottenarchivalien · Universitätsarchiv Paris
- Gefunden
- Nichts. Kein Student, kein Arzt, kein Offizier, kein Hugenotte dieses Namens.
- Bleibt
- Saint Bomer bei Paris (achtes Jahrhundert, Mönch Baudomirus) · die Lesart „Bomnert“ in der Urkunde von 1834 · die Bewunderung der Eltern für Napoleon
- Urheber
- Julian (II.), Cousin Heinrichs, nach Einschätzung des Verfassers
Ein Fall für sich
Anna „Maria“ Bommert — praktische Intelligenz auf Abwegen
Peters Bruder Gottfried Friedrich (IV.) war Fleischer in Neudorf bei Graudenz. Seine dritte Tochter, geboren 1805, wurde 1830 in den Amtsblättern von Marienwerder steckbrieflich gesucht — als Diebin, mit einer Personenbeschreibung auf den Zentimeter.
Das Signalement von 1830
- Herkunft
- Geburts- und Aufenthaltsort Neudorf bei Graudenz, evangelisch, 26 Jahre alt
- Größe
- 4 Fuß 4 Zoll. In preußischen Maßen — der Fuß zu 37,66 cm, der Zoll zu einem Zehntel Fuß — sind das etwa 1,66 Meter.
- Erscheinung
- Haar schwarz, Stirn hoch, Augenbrauen dunkel, Augen blaugrau, Kinn spitz, Gesichtsbildung oval, Gesichtsfarbe gesund, Gestalt schlank
- Sprache
- deutsch und polnisch
- Anmerkung
- „Zähne gesund und voll“, „Mund gewöhnlich“ — und eine „kleine und platte Nase“. Der Verfasser kommentiert: Eine kleine, platte Nase habe es in der Familie nie gegeben. Wirklich eine Bommert? Oder war das Identitätsklau?
Zehn Jahre später
Die zweite Beschreibung
Sie war nicht ihre letzte Inhaftierung, und aus Berlin kam Interessantes nach. Die Beschreibung von 1841 zeigt drei erhebliche Veränderungen: Das Haar war schütter geworden und erforderte eine Perücke. Gravierender — die Frau vermisste sämtliche Zähne des Oberkiefers, die zehn Jahre zuvor noch als vollständig beschrieben worden waren. Neu ist ein einseitiger Schulterhöhenstand.
Der Verfasser liest das medizinisch: Der Schulterstand sei typisch nach einem heftigen Sturz mit Ruptur des Schultereckgelenks, und die ohnehin beschriebene heisere Sprache könne auf einen Lebenswandel mit Wetter und Alkohol hindeuten. „Man braucht nicht viel Phantasie, um eine Prognose ihres weiteren Lebens abzugeben. Schade.“
Nach ihrer letzten Flucht wurde sie in Preußen offenbar nie wieder gefasst. Die Berliner Justiz vermutete, sie habe sich nach Polen gewandt und länger in Warschau aufgehalten; ein später in Graudenz einsitzender Verbrecher namens Carl Friedrich Krüger gab an, mit der Bommert in Warschau in einem Liebesverhältnis gestanden zu haben.
Zwei Steckbriefe, zwei Maße. Der Steckbrief von 1830 nennt 26 Jahre und eine Größe von vier Fuß vier Zoll, umgerechnet rund 1,66 Meter. Der Steckbrief von 1841 beginnt mit den Worten „Die verfolgte Bommert“ und nennt weitere Namen: Luednow, Berchan, Lenz, von Lenz, von Brünn, von Brüning, Baronin von Brünings, Gräfin Schwerin. Er gibt sie als „ungefähr 33 Jahre“ alt an, während der Verfasser sie für dieses Jahr mit 35 Jahren rechnet, und nennt eine um mehrere Zoll abweichende Körpergröße. Die beiden Angaben lassen sich nicht zusammenbringen; auffällig ist, dass dieselben Kennzeichen beide Male wiederkehren, nur in anderer Ausprägung — die platte bis breite Nase, die heisere Stimme, und 1841 zusätzlich die Perücke, das Fehlen der oberen Zähne und die höher stehende rechte Schulter.
„Anna Maria war ganz offenbar eine hochintelligente, praktisch veranlagte, sehr starke Persönlichkeit mit großer krimineller Energie ausgestattet, die ihre Anlagen und Fähigkeiten optimal koordinieren und entfalten konnte. Die Umwelt, in der sie groß wurde, konnte ihr aber nicht das bieten, um ihre Fähigkeiten auf ordentlichem Weg in einen sozialen Aufstieg umzumünzen.“ Der Verfasser über Anna Maria Bommert
Gehört sie dazu? Der Verfasser beantwortet die Frage ausdrücklich mit ja — und nicht nur mit ja: Sie sei „in ihrem Überlebenswillen, in ihrer Flexibilität und Einfallsreichtum und spontaner Kreativität auch durchaus nicht nur ein absolut zur Familie gehöriges Mitglied, sondern in diesen Zügen geradezu zugleich Vorbild, und oder aber, hinsichtlich Weitblickes, Moral und Verantwortung, auch Schreckbild.“ Offen bleiben ihre Stationen in Bromberg, Thorn und Elbing sowie die Frage, ob sie am Ende nach Kongresspolen und Warschau zurückkehrte.
Die Kinder
Neun Kinder aus drei Ehen
| Nr. | Name | Geburt | Ort | Weiterer Weg |
|---|---|---|---|---|
| 1.1 | Augusta Henrietta | 29.01.1811 | Danzig | Getauft am 3. Februar 1811 im Militärkirchenbuch Danzig. 1827 Taufzeugin in Bischofswerder. Heiratet 1831 in Szrensk den Müller Fryderyk Ladwich. |
| 1.2 | Ludovika | um 1816 | Graudenz | Geburtsjahr errechnet. Heiratet am 30. April 1837 in Lipowiec Kościelny den Schneidermeister Andrzey Perłowski aus Narzym. |
| 1.3 | Andreas / Andrzey | um 1817 | Groß Schönwalde | Geburtsjahr errechnet. Als Maurer in Jezewo und Zarzyce; heiratet 1851 Wiktoria Krajewska. Sein Sohn Teofil stiftet einen Zweig der Familie bei Zbikow in der Nähe von Warschau. |
| 1.4 | Henrich Wilhelm Napoleon | 1818 | Groß Schönwalde | Weitere Nachrichten fehlen; er dürfte jung verstorben sein. |
| 2. | Aus der zweiten Ehe ging kein überlebendes Kind hervor. Nach der Totgeburt eines Sohnes im November 1826 starb Louise Ottke zwischen 1827 und 1829. | |||
| 3.5 | Paulina Joanna | Nov. 1829 | Koboszyn | Heiratet 1854 in Jezewo Josef Sachs. Sie ist Haushälterin bei dem Lehrer Edward Stock in der Kolonie Maszewo und stirbt 1863 einen Tag nach der Geburt ihrer Tochter Weronika. |
| 3.6 | Karolina | 25.08.1834 | Rumoka | Getauft in Lipowiec Kościelny. Zwei Ehen, in beiden ein Schmied: Marcin Stankiewicz und ein weiterer. Gibt als Geburtsort später beharrlich Siemiątkowo an. |
| 3.7 | Justina | um 1835 | unbekannt | Geburtsurkunde bis heute nicht aufgefunden. Gebiert 1857 in Gilino einen unehelichen Sohn Josef — dessen Nachkommen stiften eine neue, den Namen tragende Linie bei Żyrardów; sein Bruder Ludwik einen weiteren Zweig in Warschau-Wola. |
| 3.8 | Julius / Julian | 23.10.1836 | Rumoka | Unser direkter Vorfahr. 1863 noch Arbeiter, wird er bald darauf Müller und Mühlenbesitzer. Heiratet 1863 in Płock Anna Posciadlowska aus Parzeń; seine Mutter Johanna ist bei der Trauung zugegen. |
| 3.9 | Florentyna Albertyna | 03.07.1842 | Wisniewo | Geboren fünf Monate nach dem Tod des Vaters; gestorben im selben Jahr im Alter von fünf Monaten. Eine Todesursache ist nicht angegeben. |
Ein Aufstieg in die dörfliche Mittelschicht. „Bei den Kindern sieht man eine gleichmäßige Entwicklung bei den Nachkommen aus erster Ehe: Sie sind gut situiert untergekommen — die Älteste ehelichte einen Müller, die Zweite einen Schneidermeister, der älteste Sohn wurde Maurer. Solider konnte es nach den ersten 100 Jahren in Armut kaum kommen.“ Die Kinder aus dritter Ehe entwickelten sich gemischter.
Zu den Altersangaben. Die polnischen Urkunden nennen Peter mit 61, 72 und 70 Jahren, während die preußische Heiratsurkunde von 1826 ihn mit 49 Jahren führt. Die Angaben in den polnischen Einträgen liegen um 5 bis 14 Jahre zu hoch — sie wurden nach Augenschein gemacht, nicht nach Papieren. Verlässlich ist allein die preußische Angabe: Geburtsjahr 1778.
Am Ende steht die Enkelin mit dem Vornamen „Ciel“
Was von der Herkunftssage bleibt, ist ein Vorname: Eine Enkelin des legendären Franzosen erhielt nach ihm den Namen „Ciel“ — Himmel. Im Anhang steht, was das Manuskript über Herkunft, Stände und die Polen betreffenden Jahre zusammenträgt.