Anhang 1 · Abschnitte 1a bis 1d
Urkunden und die „nackte“ Stammfolge
„Um den Lesefluss im Hauptteil durch die zahlreichen, oft langen und oft schlecht lesbaren Originalurkunden nicht allzu sehr zu unterbrechen“, schreibt der Verfasser, sei hier ein Kompromiss zwischen Kürze und Ausführlichkeit gefunden worden: Urkunden mit Anmerkungen, Abschnitt für Abschnitt nach Generationen geordnet — und am Ende die Stammfolge komprimiert.
- Anhang 1a
- Familie Friedrich (I.) — die erste Generation
- Anhang 1b
- Familie Johann Friedrich (II.) — die zweite Generation, mit den Karten 1 bis 4
- Anhang 1c
- Familie Gottfried Friedrich (III.) — die dritte Generation
- Anhang 1d
- Familie Peter Bommert — die vierte Generation und die Nachkommen der Brüder in Polen
Der familiäre Teil
Was in den vier Abschnitten steht
Der Anhang folgt derselben Ordnung wie der Text. Wo die Hauptlinie nur wenige Urkunden kennt, treten im Anhang die Nebenlinien hinzu — vor allem die Brüder der jeweiligen Vorfahren und ihre Angehörigen.
Die Einwanderergeneration
Patenschaften aus den Jahren 1717 bis 1724 in Marzy Nowe, Stwolno Polskie, Święte und Czaple; die Heirat der Witwe Catharina mit Adam Kottke 1737; die Taufe des Enkels 1741 sowie die spätere Doppelbezeichnung des Witwers. In allen Urkunden dieser Zeit trägt die Familie den Namen Pomert oder Bomert.
Der Instmann und seine Kinder
Zeugenschaften in Deutsch-Konopath, Mieliwko/Schwenten, Rychlowa und der Vorstadt von Nowe; die Heirat des Bruders Andreas 1748; die Konfessionsnachweise von 1755; die Karten 1 bis 4 der Wohnsitze und Wanderungen.
Die Einheirat und die Katasterzeit
Die Taufe der Ehefrau Elisabeth Röder 1748 in Groß Nebrau, die Heirat ihrer Eltern 1740 in Graudenz, die Zwillingsgeburt 1770 in Tryll, die Geburten von 1772 bis 1781, die Sterbeurkunde von 1785 und die drei Ehen der Witwe.
Die vierte Generation und Polen
Die Militärkirchenbücher, die Heiraten von 1808, 1826 und der Anhang zur dritten, die Geburten zwischen 1811 und 1842 in Groß Schönwalde, Koboszyn, Miaczyno Małe, Rumoka und Wisniewo — dazu die Nachkommen der Brüder bis nach Żyrardów und Warschau.
Was der Anhang leistet und was nicht. Er ersetzt nicht das Kapitel. Er belegt es. Wer eine Angabe im Text prüfen will, findet hier die dazugehörige Urkunde mit Fundstelle — und dort, wo keine Urkunde existiert, den Hinweis, dass der Verfasser rechnet oder schätzt. Für die erste Generation ist das der Regelfall: Sie ist die am dünnsten belegte und die, ohne die es die übrigen nicht gibt.
Anhang 1b
Vier Karten für ein Leben auf der Wanderschaft
Der Verfasser hat die Wohnsitze des Instmanns Johann Friedrich (II.) in vier aufeinander aufbauenden Karten festgehalten — jede eine Fortschreibung der vorigen. Sie sind die dichteste Darstellung, die dieser Band von einem Leben in zwei bis drei Jahren Takten besitzt.
- Station 1
- Marzy Nowe / Neu-Marsau — der Wohnsitz mit den Eltern
- Station 2
- Stwolno Niemieckie / Deutsch-Westfalen — der Wohnsitz der Restfamilie nach dem Tod Friedrichs (I.) und der Wiederverheiratung der Stiefmutter 1737
- Station 3
- Konopat Niemieckie / Deutsch-Konopath, 1747 bis 1748
- Station 4
- Mieliwko / Mielevken, 1749 bis 1750
- Station 5
- Święte / Schwenten, 1751 bis 1752
- Station 6
- Erneut Mieliwko, 1753 bis 1756
- Station 7
- Święte Małe / Klein Schwenten — der Wohnsitz der Witwe nach ihrer Neuvermählung 1759
Anhang 1d
Die fünfte Generation — und ein Weg bis nach Warschau
Die Kinder der Brüder unseres Vorfahren Peter blieben zunächst in Preußen. Ihre Söhne und Töchter zogen später ostwärts nach Russisch-Polen — und begründeten Linien, die den Namen Bomert bis heute tragen.
Über Gottfried Friedrich (IV.)
Neudorf bei Graudenz
Fünf Kinder aus der Ehe mit Anna Kurschinowsky: Peter *1798, Susanna *1803, Anna (Maria) *1805, Heinrich *1809 und Johann Friedrich (V.) *1811. Die dritte Tochter ist die Steckbrief-Frau des vierten Kapitels.
Über Christian
Tusch und Muntau
Zwei Töchter: Maria Elisabeth *1796 in Tusch und Catharina *1799, die 1803 in Kunterstein starb. In der Sterbeurkunde der Tochter ist sein Beruf nicht genannt, sondern kryptisch „beurlaubt“ vermerkt — der Verfasser liest das als „beurlaubte Militärperson“.
Über Wilhelm
Klein Tarpen
Fünf Kinder aus der ersten Ehe mit Florentine Felge(r): Elisabeth *1814, Wilhelmine *1818, Friedrich Martin *1819, Carl Wilhelm *1822 und Wilhelm Julius *1827, der noch im Geburtsjahr starb. Bei der Taufe der ältesten Tochter 1814 war Peter Bommert Taufzeuge.
Weiter östlich setzen sich die Linien fort. Andreas, der älteste Sohn Peters aus erster Ehe, wurde Maurer und heiratete 1851 in Jezewo bei Sierpc die Wiktoria Krajewska. Sein Sohn Teofil Bomert, errechnet 1858 geboren und 1879 in Jezewo verheiratet, gilt als Begründer der Linie Warschau und Pruszkowo — mit Kindern und Enkeln in Żbików, wo noch 1983 Angehörige lebten. Aus der Verbindung von Peters Tochter Justina stammen zwei weitere Linien: über ihren unehelichen Sohn Josef eine bei Żyrardów, über dessen Bruder Ludwik eine in Warschau-Wola.
Die Erschließung dieser Zweige ist nicht abgeschlossen. Für Teofils Sohn Wojciech etwa stützt sich der Verfasser auf mündliche Angaben eines Verwandten aus dem Jahr 1983, und die Geburt selbst ist „noch nicht nachgewiesen“. Solche Stellen kennzeichnet der Band als offen, statt sie zu glätten.
Zu den Nachkommen in Zentralpolen. Der Verfasser schreibt am Ende dieses Abschnitts: „Lücken und große Unklarheiten verbleiben über die nach Zyradow und Warszawa verzogenen Mitglieder unserer Großfamilie, die zum Teil grausame Schicksale im ‚Dritten Reich‘ erlebten.“ Was bekannt wurde, steht im folgenden Abschnitt.
1939 bis 1945
Zwei Namen in der Suchkartei
Als der Verfasser im Jahr 2023 den Nachnamen „Bomert“ in das Online-Portal der Ausländersuchstelle für Displaced Persons des Zweiten Weltkriegs eingab, fand er zwei Personen, die offenbar 1943 als Zwangsarbeiter nach Bayern deportiert worden waren.
- Stefanie Bomert
- * 10. Oktober 1907 in Warschau. Zwangsarbeiterin ab 1943 in der Gemeinde Fribertshofen, Landkreis Beilngries. Verstarb am 3. August 1943 im Kreiskrankenhaus Riedenburg. Möglicherweise die 1907 in Żyrardów geborene Tochter Stefania.
- Stanisław Bomert
- * 1920 in Żyrardów. Aufenthalt in Kempten seit dem 29. Juli 1943, Zwangsarbeiter bei einer Tief- und Gleisbaufirma. Verstarb am 30. Juni 1944 im Kreiskrankenhaus Füssen.
Zur Zurückhaltung dieser Ausgabe. Über die übrigen Angehörigen in Żyrardów und Warschau ist kaum etwas bekannt. Einzelne Personen werden im Manuskript mit Namen, Adresse und dem Datum eines Kontaktversuchs von 1983 geführt. Solche Angaben stehen hier nicht. Sie sind für die Forschung im Manuskript auffindbar, aber sie gehören nicht in eine öffentlich lesbare Fassung — und die Betroffenen konnten nicht gefragt werden.
Zum Umgang mit den Urkunden
Wo die Urkunden sich irren
Gerade der Anhang zeigt, wie unzuverlässig Registereinträge im Einzelfall sind — und wie nützlich es ist, mehrere Urkunden zu einer Person nebeneinanderzulegen. Vier Beispiele, alle aus diesem Band.
| Person | Urkunde | Aussage der Urkunde | Gesicherter Befund |
|---|---|---|---|
| Peter Bommert | Kath. KB Lipowiec Kościelny, 1834 | 61 Jahre | Geboren 1778, damals 56 Jahre |
| Peter Bommert | Sterbeurkunde Mława, 1842 | 70 Jahre | Geboren 1778, damals 63 Jahre |
| Peter Bommert | Heiratsurkunde Schakenhof, 1826 | 49 Jahre | Die einzige zuverlässige Angabe — sie bestätigt 1778 |
| Karolina Bommert | Urkunde von 1849 anlässlich ihrer Heirat | 18 Jahre, geboren in Siemiątkowo | Nach ihrer Geburtsurkunde 15 Jahre und vier Monate alt und in Rumoka geboren |
| Andreas Bommert | Heiratsurkunde Jezewo, 1851 | Mutter: Elisabeth | Der Vorname gehört zur Stiefmutter Johanna Sophia Ilsabe; die leibliche Mutter war Justina, geborene Böhmfeld |
Warum die Alter so oft abweichen. Die polnischen Urkunden wurden nach Augenschein aufgenommen, nicht nach Papieren. Die Eltern der Verstorbenen konnten nicht selten keine Angaben machen — in Peters Sterbeurkunde steht ausdrücklich, sie lebten nicht mehr „und von Namen und Beruf“ sei nichts bekannt. Über Altersangaben dieser Art lässt sich keine Chronologie begründen.
Warum die Fundstellen trotzdem jede Zeile tragen. Die Urkunden sind falsch im Detail und unersetzlich im Ganzen: Sie liefern Datum, Ort, Namen, Beruf und Zeugen — und damit das soziale Umfeld. Die Register der katholischen Kirchspiele in Zentralpolen sind im Gegensatz zu den preußischen Militärrollen erhalten. Genau deshalb konnte die vierte Generation rekonstruiert werden.
Die komprimierte Stammfolge
Die Hauptlinie in einer Tafel
Die Zahlen in Klammern sind die Nummern, mit denen der Verfasser arbeitet: Die erste Zahl bezeichnet die Generation nach der Einwanderung, die folgenden die Stellung innerhalb der Geschwisterfolge.
| Nr. | Name | Daten | Ehe und Ort | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| 1.0 | Friedrich (I.) Pomert / Bomert | * um 1685, † um 1737 | 1. Gertrud NN · 2. Anna NN · 3. Catharina NN (2. oo 1737 Adam Kottke) | Der Einwanderer. Vier Kinder; keine Geburts-, keine Sterbeurkunde. |
| 1.1 | Johann Friedrich (II.) Bomert | * um 1710 ± 5, † nach Febr. 1756, vor 1759 | um/vor 1737 mit Marianne NN (2. oo 1759 Georg Boldt) | Instmann mit sechs Wohnsitzen. Träger der Graudenzer Linie. |
| 1.2 | Peter (I.) Bomert | * 1724/1736, † nach 1757 | 1. 1753 Eva Cerclau · 2. 1757 Eva Pomplun | Stammvater der Kulmer Linie. Die Chronik nennt drei verschiedene Geburtsansätze. |
| 1.1.2 | Gottfried Friedrich (III.) Bomert | * 19.04.1741, † 20.02.1785 | 1769 Elisabeth Röder / Raeder / Redder, * 1748 | Instmann; im Kataster von 1772/73 ohne Kuh und ohne Schwein. |
| 1.1.2.4 | Peter Bommert | * 24.06.1778, † 10.02.1842 | 1. 1808 Justina Böhmfeld · 2. 1826 Louise Ottke · 3. um 1828 Johanna Sophia Ilsabe Greifhahn | Musketier, Brenner, Gastwirt, Feldscher. Neun Kinder. |
| 1.1.2.4.8 | Julius / Julian Bomert | * 23.10.1836, † 25.05.1918 | 1863 in Płock Anna Posciadlowska aus Parzeń | Müller und Mühlenbesitzer. Der nächste direkte Vorfahr; sein Weg führt in den dritten Band. |
| 1.1.2.4.8.x | Die fünfte Generation | ab 1863 | Jezewo · Żyrardów · Żbików · Warschau-Wola | Verzweigungen, von denen mehrere den Namen Bomert tragen. Zum Teil noch nicht abschließend geklärt. |
Wie die Nummern zu lesen sind. Sie geben keine Generation der Weltgeschichte an, sondern die Reihenfolge innerhalb dieser Familie: Die erste Ziffer ist die Generation seit der Einwanderung. Ein Punkt trennt die Ebene. Wo der Verfasser für einen Vornamen keine gesicherte Ordnungszahl vergeben konnte, führt er die Person mit Fragezeichen — in dieser Tafel sind solche Stellen nicht enthalten.
Wo die Familie saß, muss auch das Dorf stehen
Drei Quellen beschreiben die frühen Wohnsitze: die Kreischronik Maerckers und zwei preußische Kontributionskataster — für Neu-Marsau, für Deutsch-Westfalen und für Muntau, wo der Instmann ohne Kuh verzeichnet ist.